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Nach mehreren Jahren rasant gestiegener Zahlen von Wohnungseinbruchdiebstählen (WED) verzeichnet die Bundesrepublik Deutschland seit 2017 insgesamt einen Rückgang dieser Straftaten. Jenseits statistischer Kennziffern sind Einbrüche für die Opfer häufig gravierend, da sie neben dem Verlust des Eigentums besonders mit Folgen für das psychische Wohlbefinden der Betroffenen einhergehen. Auch im nahen Umfeld wahrgenommene Einbrüche beeinträchtigen vielfach das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung. Der Gesetzgeber trug deshalb der Verletzung der privaten Intimsphäre durch Wohnungseinbrüche mit einer Gesetzesverschärfung Rechnung. Doch in Anbetracht niedriger Aufklärungsquoten und einer damit verbundenen selteneren Strafverfolgung von Wohnungseinbrüchen gewinnen in besonderem Maße Präventionsstrategien an Bedeutung, die den Bürger vor einem potentiellen Einbruch schützen sollen. Aufgrund einer genauen Kenntnis typischer Tatbegehungsweisen ist dem Delikt vergleichsweise gut vorzubeugen. Die Beratung zum Schutz vor Einbruch ist daher eines der ältesten Präventionsangebote der Polizei.

Je nach Zielgruppe kommen unterschiedliche Maßnahmen zum Einsatz. Z.B. zielen auf Seiten der Opferprävention Gegenmaßnahmen darauf ab, den Widerstandszeitwert von Immobilien sowie dadurch das Tatbegehungsrisiko der Täter zu erhöhen. Die Installation von (insbesondere mechanischer) Sicherungstechnik, das Sensibilisieren für verhaltensorientierte Maßnahmen und die Wachsamkeit im Wohnumfeld sind hierfür maßgebend. In den letzten Jahren werden in verschiedenen Bundesländern unter dem Schlagwort „Predictive Policing“ Modellprojekte mit dem Ziel durchgeführt, auf Basis der Analyse von Falldaten die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Straftaten zu berechnen und damit den Einsatz von Polizeikräften effektiver zu steuern.

Evaluationsstudien zur Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen gegen Wohnungseinbruchdiebstahl sind bisher rar; aufgrund der meist schwierigen Datenlage sowie spezifischer Probleme der Wirkungsmessung ergeben sich weitreichende methodische Limitationen.

Weiterführende Literatur

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Davis Adewuyi