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Bei der Prävention von Sexualdelikten in Deutschland wird einerseits auf Strafe und Abschreckung gesetzt, andererseits aber auch auf therapeutische Arbeit mit Tätern und Täterinnen. Während ambulante Versorgungsstrukturen aktuell noch ausgebaut werden, besteht bereits lange ein breites Angebot an stationären Behandlungsmaßnahmen, die hauptsächlich im Strafvollzug (hier oft in sozialtherapeutischen Einrichtungen) und im Maßregelvollzug durchgeführt werden. Zu 16 solcher Maßnahmen liegen derzeit 18 Evaluationsberichte vor, in denen Rückfälle der Teilnehmer und Teilnehmerinnen (also erneute Straftaten nach der Entlassung aus der stationären Maßnahme) untersucht wurden. Für die Behandlung im Strafvollzug weisen die Befunde nicht darauf hin, dass solche Maßnahmen dazu beitragen können, Sexualdelikte zu verhindern. Auch für die Behandlung im Maßregelvollzug liegen keinerlei belastbaren Erkenntnisse über die kriminalpräventive Wirksamkeit im Bereich der Sexualdelinquenz vor. Da hier die rechtlichen und ethischen Hürden für aussagekräftige Studiendesigns besonderes hoch sind, scheint es dringend erforderlich, neue Lösungsansätze für aussagekräftige Evaluationsstudien zu entwickeln.

Der Bericht steht hier als Download zur Verfügung. Die gedruckte Fassung können Sie kostenlos bei uns bestellen.

Junge „Intensivtäter" stellen seit Jahren ein Thema im öffentlichen Diskurs in Deutschland dar. Junge Mehrfachauffällige gelten als belastete Tätergruppe; dies gilt sowohl für die Deliktbelastung als auch für die Sozialprofile der Täter. Daher gelten ihnen zahlreiche Maßnahmen verschiedener Behörden und Disziplinen. Zwar handelt es sich bei den Maßnahmen im Umgang mit der Zielgruppe um einen der öfter evaluierten Bereiche innerhalb der deutschen Präventionspraxis; dennoch können aufgrund der methodischen Güte der vorliegenden Evaluationen kaum Aussagen zu deren Wirksamkeit getroffen werden. Wünschenswert wäre in diesem Zusammenhang die Durchführung größer angelegter Wirkungsuntersuchungen, die Möglichkeiten zur Reflexion des Umgangs mit jungen Mehrfachauffälligen bieten.

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Regelmäßig rücken spektakuläre Fälle von Sexualkriminalität in den Fokus öffentlicher Wahrnehmung. In der öffentlichen Debatte um den richtigen Umgang mit Sexualstraftätern fordern viele von der Politik eine Verschärfung der bestehenden Sanktionen. Beim Gesetzgeber gewinnt aber auch die therapeutische Behandlung von Straftätern mittlerweile an Bedeutung. Viele Studien weisen nämlich darauf hin, dass die richtige psychotherapeutische Behandlung Rückfälle von Sexualstraftätern effektiv verhindern kann. Jedoch hängt der tatsächliche Erfolg einer solchen Behandlung von vielen Faktoren ab, wie beispielsweise von Merkmalen des Täters, der richtigen Therapiemethode und dem passenden Behandlungssetting.

Die Gruppe der Sexualstraftäter ist sehr heterogen. Sie unterscheidet sich u. a. in den Deliktformen, den dahinter liegenden psychischen Störungsbildern und letztlich im jeweiligen Gefahrenpotential. Bei der Auswahl geeigneter Behandlungsmaßnahmen müssen daher viele Aspekte berücksichtigt werden. Generell weisen aktuelle Studien darauf hin, dass die Behandlung von Sexualstraftätern erfolgreicher ist, wenn sie ambulant statt innerhalb des Strafvollzugs durchgeführt wird. Auch aus klinischer Sicht spricht ein offener (und damit realitätsnaher) Behandlungsrahmen in Freiheit für größere Erfolgsaussichten.

Seit einigen Jahren untersuchen Wissenschaftler in Deutschland die Wirksamkeit ambulanter Präventionsmaßnahmen, wie z.B. Angebote der forensischen Nachsorge für entlassene Maßregelvollzugspatienten. Alle diese Studien weisen darauf hin, dass diese Maßnahmen Rückfallraten senken. Allerdings haben viele dieser Evaluationsstudien methodische Schwachstellen, die die Verlässlichkeit der ansonsten wertvollen Befunde einschränken.

Vor diesem Hintergrund erstellt das NZK eine Übersicht über die vorhandenen Erkenntnisse zur Wirksamkeit ambulanter Sexualstraftäterbehandlung in Deutschland. Diese Übersicht nimmt Bezug auf die unterschiedlichen Tätertypen und Behandlungsansätze. Im weiteren Verlauf bezieht die Evaluationssynthese auch Ergebnisse aus internationalen Studien ein.

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In Reaktion auf eine Welle terroristischer Anschläge in Europa, die auch Deutschland getroffen hat, werden zurzeit Maßnahmen zur Prävention islamistischer Radikalisierung gezielt staatlich gefördert. Nur zu sieben dieser Projekte liegen derzeit öffentlich zugängliche Evaluationsberichte vor. Diese Befunde lassen kaum belastbare Rückschlüsse darüber zu, ob die evaluierten Maßnahmen Radikalisierung verhindern, begünstigen oder wirkungslos bleiben. Stattdessen beschreiben die Evaluationen einzelne Merkmale der Maßnahmen (z.B. Auflistung der im Projektverlauf erbrachten Leistungen und Tätigkeiten) oder berichten über die Zufriedenheit der Teilnehmer. Überwiegend sind diese Erkenntnisse kaum verallgemeinerbar und können daher auch nur in geringem Maße als Erfahrungswissen für andere und zukünftige Maßnahmen dienen. Einige der evaluierten Maßnahmen basieren auf Theorien über die Ursachen von Radikalisierung, sodass deren Wirksamkeit und Verallgemeinerbarkeit immerhin theoretisch begründet ist. Es gibt nachvollziehbare praktische und methodische Gründe für den Mangel an empirischen Daten über die Effekte der Islamismusprävention, die in Zukunft adressiert werden können. Es ist sowohl im politischen als auch im öffentlichen Interesse, wenn die Ziele der Islamismusprävention hinreichend konkret, transparent und überprüfbar sind.

 

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