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Im Verlauf der letzten 25 Jahre hat sich in Deutschland die Arbeit im Feld der Rechtsextremismusprävention in verschiedene Ansätze differenziert und auf vielfältige Zielgruppen und Arbeitsfelder ausgeweitet. Die Rechtsextremismusprävention stellt insgesamt das größte Handlungsfeld in der Extremismusprävention dar. Dennoch besteht bis jetzt ein erheblicher Mangel an wissenschaftlich belastbaren Evaluationsstudien. Diese Überblicksarbeit fasst die Ergebnisse von zwölf Evaluationen zu insgesamt 23 Maßnahmen der selektiven und indizierten Prävention von Rechtsextremismus systematisch zusammen. Dazu zählen Maßnahmen der Aufsuchenden Arbeit, Ausstiegshilfen, Deradikalisierung, Multiplikatorenschulungen sowie Soziale Trainingskurse. Die überwiegende Anzahl von Evaluationen ist als Prozessevaluationen angelegt. Nur in einem Fall handelte es sich um eine Wirkungsevaluation. In der Überblicksarbeit wird deshalb, aufbauend auf einer kritischen Reflexion bisheriger Evaluationen, auf aktuelle Erkenntnislücken und Möglichkeiten von Evaluationsforschung hingewiesen. Soll die Entwicklung und Qualitätssicherung von Maßnahmen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, ist zukünftig ein verstärkter Dialog von Evaluationsforschung und Präventionspraxis notwendig.

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Innerhalb der Extremismusprävention finden bereits seit Jahren schulbasierte Maßnahmen von und mit Aussteigern aus extremistischen Szenen in Deutschland statt. Eine Übersicht zur Einsatzpraxis solcher Präventionstätigkeiten stand bislang nicht zur Verfügung. Ebenso wenig konnten ‒ aufgrund der begrenzten empirischen Datenlage ‒ fundierte Aussagen zu einer kriminalpräventiven oder extremismusvorbeugenden Wirkung auf die Zielgruppe der Schüler getroffen werden. Vor dem Hintergrund dieser deutlichen Erkenntnis- und Forschungslücken wurde eine ergebnisoffene Evaluationsstudie einer exemplarischen Präventionsmaßnahme als Notwendigkeit erachtet und im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen dem NZK und dem Landespräventionsrat Schleswig-Holstein durchgeführt.

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Mit der Fortschreibung der Bestandsaufnahme kommunaler Präventionsgremien 2017/2018 konnten knapp 600 Zusammenschlüsse ermittelt werden, die gegenwärtig auf lokaler Ebene aktiv sind. Das sind weitaus weniger Gremien, als die Zusammenschau bestehender Listungen zunächst vermuten ließ und entspricht einem Rückgang von etwa 40 % in den letzten zehn Jahren. Im Vergleich zu 2007 zeigen sich keine umfangreichen Verbesserungen in der Ausstattung mit Personalmitteln; auch die Projektarbeit lässt noch nicht auf eine umfassende Professionalisierung schließen. Gleichwohl bewerten Zusammenschlüsse, die einen hohen Grad an Professionalisierung und Aktivität zeigen, die Effektivität ihrer Arbeit deutlich besser als die übrigen Gremien und greifen auch häufiger externe Unterstützungsangebote auf.

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Den Tabellenband zum Bericht finden Sie hier.

Gewalttätige Ausschreitungen bei Großereignissen wie dem G20-Gipfel 2017 in Hamburg werfen die Frage auf, ob Gefahren durch den Linksextremismus bzw. linke Militanz unterschätzt wurden. Der Begriff Linksextremismus ist in Teilen der Wissenschaft ebenso umstritten wie die Frage, ob ein Präventionsbedarf in diesem Bereich besteht. Der Staat misst der Extremismusprävention seit einigen Jahren eine hohe Bedeutung bei und fördert seit 1992 entsprechende Programme und Maßnahmen. Deren Anzahl ist im Bereich des Linksextremismus deutlich geringer als in anderen Extremismusbereichen. Dies verwundert, da seit 2009 die Anzahl linksextremistischer Gewaltdelikte (u.a. Landfriedensbruch, Widerstandsdelikte) nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz beinahe kontinuierlich über denen im Bereich des Rechtsextremismus liegt.

Zu keinem Projekt der Linksextremismusprävention liegt ein öffentlich zugänglicher Evaluationsbericht vor. Lediglich Programmevaluationen sowie parlamentarische Anfragen liefern Hinweise auf Probleme der Präventionspraxis, die insbesondere im Zielgruppenzugang liegen.

Individuelle, soziale und situative Einflussfaktoren für die Entstehung linker Militanz müssen weiter erforscht werden. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse sind die Ziele der Prävention von Linksextremismus und linker Militanz zu präzisieren.

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Für viele Menschen in Deutschland – seien sie Zuschauer oder Spieler – ist Fußball nach wie vor die „schönste Nebensache der Welt", weshalb auch (gewaltsame) Konflikte in diesem Rahmen von großem gesellschaftlichem Interesse sind. Bedingt durch die föderale Struktur des deutschen Fußballs waren Präventionsbemühungen in der Vergangenheit weitestgehend dezentral organisiert, wodurch bundesweit ein Potpourri unterschiedlichster Maßnahmen entstanden ist. Auch die Tatsache, dass viele verschiedene Personengruppen wie z.B. Trainer/Funktionäre, Schiedsrichter, Eltern oder Ordnungskräfte zu berücksichtigen sind, trägt zur Ausdifferenzierung des Präventionsangebots bei.

Trotz einer Vielzahl an Programmen und Einzelmaßnahmen gibt es jedoch kaum kriminologisch fundierte Aussagen zu deren Wirksamkeit, wie die Recherche zu diesem Bericht zeigt: Es ließen sich insgesamt nur neun Studien aufspüren, die sich (zumindest ansatzweise) mit den Effekten von Präventionsarbeit auseinandersetzen.

Dabei gibt es durchaus Hinweise auf Ansätze, die erfolgversprechend hervortreten. Aufgrund der methodischen Güte der vorliegenden Arbeiten (z.B. fehlender Vergleichsmaßstab, geringe Gruppengrößen) sind verlässliche Aussagen darüber, welche Maßnahmen tatsächlich Gewaltvorfälle reduzieren können, zum jetzigen Stand nicht möglich. Solch ein Wissensdefizit ist in mehrerer Hinsicht problematisch. So besteht beispielsweise die Gefahr, dass Fans mit (polizei-)präventiven Maßnahmen bzw. Einschränkungen konfrontiert werden, obwohl diese für die Aufrechterhaltung der Sicherheit eventuell nicht erforderlich wären. Auch setzen Verbände und Staat unter Umständen wertvolle Ressourcen nicht optimal ein oder ergreifen andere Chancen zur Reduktion von Gewaltvorfällen aufgrund mangelnder Kenntnis nicht.

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Dieser Report nimmt das gesteigerte öffentliche Interesse an verschiedenen Maßnahmen und Ansätzen der Radikalisierungsprävention zum Ausgangspunkt einer Diskussion über Evaluation. Evaluationen helfen zu verstehen, wie die Prävention von Radikalisierung und Extremismus im gesellschaftlichen Kontext wirkt. Sie können damit wesentliche Anhaltspunkte für die häufig artikulierte Frage nach den sichtbaren Erfolgen von Prävention liefern. Gleichzeitig existieren in der Debatte um die sogenannte „evidenzbasierte“ Prävention teilweise überzogene Erwartungen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit und Durchführbarkeit von Wirkungsevaluationen. Das berechtige Interesse an belastbaren Wirksamkeitsnachweisen stößt bei der Planung und Umsetzung von Evaluationsstudien im Bereich der Deradikalisierung, Distanzierung und Prävention von Radikalisierung auf beträchtliche Herausforderungen. Dieser Report geht auf einige dieser Schwierigkeiten ein und zeigt beispielhaft verschiedene Ansätze dafür, wie sich Evaluationen im Rahmen realistischer Möglichkeiten umsetzen lassen.

Der Bericht wurde unter Modulleitung des NZK zusammen mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI), der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR Berlin) und PRO Prävention (Integrationsbüro Kreis Offenbach) verfasst. Er erscheint in der Reportreihe des Leibnitz-Instituts Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung im Rahmen des Projekts "Gesellschaft Extrem", und steht hier als Download zur Verfügung.

Ergänzend zum Bericht finden Sie hier außerdem noch einen Blogbeitrag und einen Film.

Bei der Prävention von Sexualdelikten in Deutschland wird einerseits auf Strafe und Abschreckung gesetzt, andererseits aber auch auf therapeutische Arbeit mit Tätern und Täterinnen. Während ambulante Versorgungsstrukturen aktuell noch ausgebaut werden, besteht bereits lange ein breites Angebot an stationären Behandlungsmaßnahmen, die hauptsächlich im Strafvollzug (hier oft in sozialtherapeutischen Einrichtungen) und im Maßregelvollzug durchgeführt werden. Zu 16 solcher Maßnahmen liegen derzeit 18 Evaluationsberichte vor, in denen Rückfälle der Teilnehmer und Teilnehmerinnen (also erneute Straftaten nach der Entlassung aus der stationären Maßnahme) untersucht wurden. Für die Behandlung im Strafvollzug weisen die Befunde nicht darauf hin, dass solche Maßnahmen dazu beitragen können, Sexualdelikte zu verhindern. Auch für die Behandlung im Maßregelvollzug liegen keinerlei belastbaren Erkenntnisse über die kriminalpräventive Wirksamkeit im Bereich der Sexualdelinquenz vor. Da hier die rechtlichen und ethischen Hürden für aussagekräftige Studiendesigns besonderes hoch sind, scheint es dringend erforderlich, neue Lösungsansätze für aussagekräftige Evaluationsstudien zu entwickeln.

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Junge „Intensivtäter" stellen seit Jahren ein Thema im öffentlichen Diskurs in Deutschland dar. Junge Mehrfachauffällige gelten als belastete Tätergruppe; dies gilt sowohl für die Deliktbelastung als auch für die Sozialprofile der Täter. Daher gelten ihnen zahlreiche Maßnahmen verschiedener Behörden und Disziplinen. Zwar handelt es sich bei den Maßnahmen im Umgang mit der Zielgruppe um einen der öfter evaluierten Bereiche innerhalb der deutschen Präventionspraxis; dennoch können aufgrund der methodischen Güte der vorliegenden Evaluationen kaum Aussagen zu deren Wirksamkeit getroffen werden. Wünschenswert wäre in diesem Zusammenhang die Durchführung größer angelegter Wirkungsuntersuchungen, die Möglichkeiten zur Reflexion des Umgangs mit jungen Mehrfachauffälligen bieten.

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Bei der Prävention von Sexualdelikten in Deutschland spielt die Arbeit mit Tätern eine wesentliche Rolle. Die Behandlung der Täter mit dem Ziel, deren Rückfallrisiko zu reduzieren, ist in Deutschland gesetzlich verankert. Aktuell bauen die einzelnen Bundesländer verstärkt ambulante Versorgungsstrukturen aus. Solche ambulanten Maßnahmen umfassen Einrichtungen und Projekte für (potenzielle) Täter, die nicht im Straf- oder Maßregelvollzug, sondern in Freiheit leben. Nur zu zehn solcher Maßnahmen liegen derzeit Evaluationsberichte vor, in denen Rückfälle der Teilnehmer untersucht wurden. Die Befunde weisen in der Tendenz darauf hin, dass solche Maßnahmen dazu beitragen können, Sexualdelikte zu verhindern. Die Ergebnisse sind insgesamt allerdings nur wenig belastbar und die genauen Effekte bleiben somit unklar. Nur in einem Fall ließen sich aussagekräftige Hinweise für die spezifische Wirksamkeit einer Maßnahme finden. Alle evaluierten Maßnahmen basieren auf Theorien über die Ursachen von sexueller Gewalt, sodass Annahmen zu deren Wirksamkeit und Verallgemeinerbarkeit in jedem Fall theoretisch begründet sind. Angesichts der Tatsache, dass ambulante Rückfallprävention bei Sexualtätern bereits seit Jahrzehnten praktiziert wird, ist der Mangel an empirischen Daten zur Wirksamkeit alarmierend. Für eine angemessene und zielführende Prävention von Sexualdelikten ist es dringend notwendig, Rahmenbedingungen für umfassende und aussagekräftige Evaluationsstudien zu schaffen und einen transparenten Umgang mit den Ergebnissen zu fördern.

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In Reaktion auf eine Welle terroristischer Anschläge in Europa, die auch Deutschland getroffen hat, werden zurzeit Maßnahmen zur Prävention islamistischer Radikalisierung gezielt staatlich gefördert. Nur zu sieben dieser Projekte liegen derzeit öffentlich zugängliche Evaluationsberichte vor. Diese Befunde lassen kaum belastbare Rückschlüsse darüber zu, ob die evaluierten Maßnahmen Radikalisierung verhindern, begünstigen oder wirkungslos bleiben. Stattdessen beschreiben die Evaluationen einzelne Merkmale der Maßnahmen (z.B. Auflistung der im Projektverlauf erbrachten Leistungen und Tätigkeiten) oder berichten über die Zufriedenheit der Teilnehmer. Überwiegend sind diese Erkenntnisse kaum verallgemeinerbar und können daher auch nur in geringem Maße als Erfahrungswissen für andere und zukünftige Maßnahmen dienen. Einige der evaluierten Maßnahmen basieren auf Theorien über die Ursachen von Radikalisierung, sodass deren Wirksamkeit und Verallgemeinerbarkeit immerhin theoretisch begründet ist. Es gibt nachvollziehbare praktische und methodische Gründe für den Mangel an empirischen Daten über die Effekte der Islamismusprävention, die in Zukunft adressiert werden können. Es ist sowohl im politischen als auch im öffentlichen Interesse, wenn die Ziele der Islamismusprävention hinreichend konkret, transparent und überprüfbar sind.

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